5 Minuten - Kärnten Leben
Veröffentlicht am 16.11.2019, 21:03

Landeshauptmann Peter Kaiser erinnerte in seinem Eingangsstatement daran, dass Österreich bereits vor 30 Jahren das vierte Land weltweit gewesen sei, das ein Gewaltverbot in der Erziehung gesetzlich festgeschrieben habe. Dass zehn Jahre später, 1999, das Gewaltschutzzentrum Kärnten eröffnet wurde, sei ebenfalls ein wichtiger Schritt für jene Menschen, insbesondere für Frauen, gewesen, die Schutz brauchen. „Die Gewalt ist noch immer allgegenwärtig und sie findet mittlerweile auch in den Sozialen Medien statt. Trotz vermehrter Beratung und Unterstützung brauche wir solche Einrichtungen“, stellte Kaiser fest und dankte dem Team des Gewaltschutzzentrums Kärnten für seine engagierte Arbeit.

Gewalt gegenüber Frauen

Der Landeshauptmann blickte auch zurück in die Zeit, als er Frauenreferent war. „Ich habe viel mitbekommen, wie Gewalt, vor allem gegenüber Frauen ausgeübt wird. Sie wird mitten unter uns, in unserer zivilisierten Gesellschaft oft unterschwellig, verbal, dann zuschlagend und misshandelnd ausgeübt“, so Kaiser. Da noch immer viele Leute zu dem Thema nicht Stellung beziehen würden oder auch nicht wollen, sei es wichtig und unerlässlich, den Gewalttätern die Stirn zu bieten. „Gewalt ist zu ächten. Der Kampf gegen sie, auch im Inneren jedes Menschen, ist ein Auftrag an uns alle und eine Verpflichtung. Wir sollten nie müde werden, dieser Verpflichtung nachzukommen“, fand er klare Worte.

5.000 Misshandlungen

Roswitha Bucher, Geschäftsführerin des Gewaltschutzzentrums Kärnten, wartete mit Zahlen aus 20 Jahren Gewaltschutzarbeit auf. 13.390 Klienten wurden von ihrem Team betreut. Es gab 5.000 Misshandlungen mit zum Teil schweren Körperverletzungen, 2.000 Morddrohungen, 20 Mordversuche, 14 Morde bzw. Misshandlungen mit Todesfolge, 300 Vergewaltigungen und 200 Fälle von sexuellem Missbrauch. Seitens der Polizei wurden 6.568 Betretungsverbote ausgesprochen und es gab 591 Stalking-Anzeigen. „Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen mit Ängsten und einer Lebensgeschichte. Sie haben auch den Mut gehabt, aus ihrer Gewaltbeziehung auszusteigen“, so Bucher. Für ihr Team gab es von ihr viel Lob. „Es steht zu 100 Prozent hinter dem Zentrum und seiner Arbeit“.

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Veröffentlicht am 16.11.2019, 21:03
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